Die Geschichte Gran Canarias kann nicht verstanden werden, ohne eine ihrer berühmtesten und visionärsten Persönlichkeiten zu erwähnen. Ein Spaziergang durch die Gärten und Räume der Domaine du Marquis in La Atalaya ist im Wesentlichen ein Spaziergang durch das persönliche Erbe eines Mannes, der die Physiognomie der Insel für immer verändert hat.

Juan de León y Castillo (1834-1912) war ein bedeutender Ingenieur für Straßen, Kanäle und Häfen sowie eine prominente politische Persönlichkeit auf den Kanarischen Inseln. Er gilt als der große Modernisierer Gran Canarias im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dank ihrer technischen und strukturellen Vision war die Insel mit den kritischen Infrastrukturen ausgestattet, die ihre wirtschaftliche, kommerzielle und soziale Entwicklung im Vergleich zum Rest der Welt ermöglichten.
Das technische Wissen von León und Castillo blieb nicht in den Plänen, es wurde in gigantischen Ingenieurwerken umgesetzt, die auch heute noch Motor und Symbol der Insel sind:
• Der Hafen des Lichts in Las Palmas: Sein Meisterwerk. Er entwarf einen Zufluchtshafen, der Gran Canaria zu einem obligatorischen internationalen Zwischenstopp für Seerouten zwischen Europa, Afrika und Amerika machte.
• Der Leuchtturm von Maspalomas: Eine Ikone der Insel. Er entwarf dieses imposante, 55 Meter hohe Bauwerk mit millimetergenauer Präzision und bewies damit, dass er die Widerstandsfähigkeit von Materialien gegenüber der Kraft des Ozeans beherrscht.
• Das Straßennetz der Insel: Er entwarf das Straßennetz, das die Dörfer im Landesinneren zum ersten Mal verband, und überwand die raue vulkanische Orographie der Insel mit meisterhaften Brücken und Wegen.
• El Lazareto de Gando: Eine wichtige Gesundheitsinfrastruktur für die damalige Zeit, in der Funktionalität und konstruktive Stärke im Vordergrund standen.

Nachdem Juan de León y Castillo kolossale Werke entworfen hatte, um den Angriffen des Meeres und dem Lauf der Jahrhunderte standzuhalten, brauchte er ein persönliches Heiligtum. Er entschied sich für La Atalaya in Santa Brígida, einen Ort, an dem das Klima, die Topographie und vor allem die absolute Stille den perfekten Kontrast zum Trubel von Puerto de la Luz boten.
La Der Bau seines Privathauses war keine kleine Arbeit; er war der Höhepunkt jahrzehntelanger Erfahrung in der Technik, die auf Komfort und persönlichen Genuss angewendet wurde. Wie hat sich Ihr technisches Wissen auf diese Immobilie ausgewirkt?
1. Beherrschung der Orographie: So wie er Straßen in unmöglichen Schluchten nachzeichnete, war León y Castillo in der Lage, das Gelände von La Atalaya zu lesen. Er entwarf das Anwesen so, dass es sich an natürliche Unebenheiten anpasste. Er schuf Terrassen und Gärten, die sich in die Landschaft integrieren, ohne sie zu erzwingen, und so eine jahrhundertealte strukturelle Stabilität garantierten.
2. Solidität und edle Materialien: Er war es gewohnt, Leuchttürme und Quellen zu bauen, und wendete die gleiche Sorgfalt an den Fundamenten und Wänden seines Hauses an. Es wurden lokale Steine und Harthölzer verwendet, um eine perfekte Wärme- und Schalldämmung zu gewährleisten. Diese Robustheit macht das Innere der Domaine du Marquis heute zu einer wahren Oase der Ruhe.
3. Licht und Belüftung: Sein analytischer Verstand berechnete die exakte Ausrichtung des Hauses, um den natürlichen Lichteinfall im Winter zu maximieren und im Sommer die Frische zu erhalten — ein Prinzip der bioklimatischen Architektur, das seiner Zeit voraus war.
4. Die Balance zwischen Technik und Luxus: Während seine öffentlichen Arbeiten streng funktionell waren, erlaubte es ihm sein Haus in La Atalaya, die raffinierte Ästhetik der Zeit zu integrieren. Er schuf geräumige und elegante Räume zum Lesen, Ausruhen und Nachdenken.

Heutzutage ist Domaine du Marquis nicht nur eine Unterkunft, sondern ein Eintauchen in die lange Geschichte der Kanarischen Inseln. Sich in diesen Mauern auszuruhen bedeutet, das gleiche Maß an Nachfrage, Exklusivität und Ruhe zu erleben, das der bedeutendste Ingenieur der Insel für sich selbst benötigte.
Unter Beibehaltung des Respekts vor der ursprünglichen Architektur wurde das Anwesen angepasst, um zeitgenössischen Luxus zu bieten, wobei das größte Privileg dasselbe bleibt, was Don Juan de León y Castillo vor mehr als einem Jahrhundert gesucht hat: der Luxus von Stille, Privatsphäre und lebendiger Geschichte.